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Autor Thema: Scarytales - Rückblicke  (Gelesen 1177 mal)

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Lethala

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Scarytales - Rückblicke
« am: 17. Januar 2012, 06:30:16 »

1. Abend

Dieser Rückblick wird Ihnen präsentiert von der Assassinen-Gilde. Beachten Sie unser Mitternachtssonderangebot: zwei Morde zum Preis von einen.



Venezianischer Karneval oder Chaos im Palast

Zur Zeit als die Franken die Langobarden schlagen, will die venezianische Führung den erstarkenden Siegern helfen gegen Genua zu ziehen. Sogar ein fremder Attentäter wird in Kairo zu Auftragsverhandlungen angeworben und trotz der langen Reise nach Venedig geschifft.

Seit Monaten schon liegt Heerführer Vittorio Giovanni seiner Tochter Serena in den Ohren, doch endlich dem Werben von Marco Mosca nachzugeben. Immerhin hat sein Vater, der reiche Kaufmann Angelo Mosca, ihm mit einer großen Summe aus der Not geholfen. Doch die denkt nicht im Traum daran, den weder hübschen noch anderweitig ihren hohen Ansprüchen genügenden Herren zu ehelichen.

Förderung der örtlichen Kaufleute

Es herrscht allgemeiner Maskenzwang, ohne scheint man Strafen erwarten zu müssen.
Der nach achtwöchiger Reise eingelaufene, arabische Attentäter wird zum Dogen "XXX Partecipazio" gebracht und angeworben, auch wenn der Doge selbst wohl meint, dass es gar nicht darum geht jemanden hinterrücks abzumurksen, sondern ein wertvolles Artefakt wiederzubeschaffen. Trotz der sprachlichen Probleme schafft es der Attentäter sogar einen weiteren potentiellen Folgeauftrag zu bekommen, nämlich den Dogen von Genua mitsamt seiner gesamten Familie auszuschalten. Um sich zurechtzufinden, wird ihm ein Übersetzer zur Seite gestellt, der es als wichtigste Aufgabe empfindet, ihn zu einem Maskenkauf zu bewegen. Doch passen die bunten Masken nicht zu seinem restlichen Outfit, woraufhin der Übersetzer ihn zu einem Maskenbauer führt, der ihm eine angepasste schwarze Maske fertigt. Fortan sind nur noch seine Augen und die Hände unter der Tuareq-Tunika zu sehen.

Eine andalusische Assassine betrachtet indessen auf dem Marcusplatz die Auslagen und entscheidet sich für ein Mittelklassemodell und eine einfache Dienstmagd für das billigste Stück, dass sie selber noch einfärbt. Der fränkische Söldner Dante hat bereits zehn Minuten zuvor eine standesgemäße Karnevalsmaske erstanden und betritt nun die nächstbeste Kneipe, um ein Bier zu trinken. Doch erregt der Fremde dort schnell die Aufmerksamkeit der ortsansässigen Trunkenbolde und lässt sich vom Mutigsten provozieren. Der hat aber nicht mit der Zuschlagfreudigkeit eines fränkischen Söldners gerechnet, der ihn mit ein paar schnellen Faustschlägen K.O. schlägt. Woraufhin sich seine Kumpels ängstlich zurückziehen um den halb tot Geprügelten zum nächsten Medicus zu schleppen. Entspannt kann sich Dante nun ein Bier gönnen, aber noch bevor er es auch nur halb genießen kann, muss er geldliche Buße tun, um nicht in den Sündenturm gesperrt zu werden.

Wein, Weib und Teppiche im Dogenpalast

Auch die junge Dienstmagd vom Lande will endlich die Freuden des Erwachsenenlebens kennenlernen. Doch bemerkt sie schnell, dass weder das Freibier noch die lästerliche Gesellschaft im Dogenpalast ihr mundet. Selbst als Gespielin scheint sich niemand für sie auch nur zu interessieren. Schließlich will sie weder Mätresse noch Hure werden, die sie mit Abscheu betrachtet, denn sie ist ja noch eine unbefleckte Jungfrau, die nichts von dem versteht, was unter der Gürtellinie geschieht. Christlich erzogen, lehnt sie diese Lasterhaftigkeit strikt ab.

Ausgestattet mit der obligatorischen Maske, deren überteuerter Preis die ohnehin nicht sehr freudige Stimmung der Heerführertochter zusätzlich trübt, erträgt Serena mit stoischen Desinteresse die Kommunikationsversuche ihres Zukünftigen. Lediglich der Anblick eines arabischen Teppichhändlers, der auf recht ungewöhnliche Weise seine Ware mitten im Thronsaal anpreist, vermag sie aus ihrer Lethargie zu reißen.

Kein Wunder, dass der aussergewöhnliche Außenseiter Ridwan, das scharfe Schwert aus Persien auch das Interesse des Dienstmädchens weckt. Ohne Angst und Scheu spricht sie den weitgereisten Mann an, nachdem sie beobachtet hat, wie der auf seinen mitgebrachten Teppich sportliche Kniefälle geübt hat. Schnell werden sie sich einig, dass die Frömmigkeit hier weiter entfernt ist als das Wikingerreich und die Unterschiede zwischen dem christlichen und dem neu in Arabien aufgekommenen Glauben des Propheten Mohammeds gar nicht so groß sind. Während mitten in diesem Getümmel Teppiche und Söldner gehandelt werden, entfernt sich der Übersetzer und gibt sich den Freuden des Karnevals hin. Und da sich das Dienstmaedchen viel besser als Sittenmentorin für den Assassinen eignet als der angetrunkene Übersetzer wird sie nun offiziell eingestellt.

Die Musik zum ersten Tanz erklingt - und natürlich sieht der lästige, kleinwüchsige Anhang der venetischen Tochter damit seine Chance auf Körperkontakt mit seiner Braut gekommen. Der Hinweis auf ihren frisch lädierten Knöchel, der auf keinen Fall mit so etwas Anstrengenden wie Tanzen belastet werden darf - womöglich tritt der ungehobelte Klotz ihr noch auf die teuren Stiefel! - stachelt ihn allerdings noch mehr an, jetzt will er ihr direkt an den Fuß. Ein Frevel, sie, die Tochter des Heerführers!, auf ein und dieselbe Stufe wie die zahlreich anwesenden Mätressen zu senken, die bereitwillig Hals und andere Körperteile bereithalten! Da hilft nur die Flucht aufs stille Örtchen. Aus den Augen ihres zutiefst enttäuschten Verehrers entschwunden, eilt Serena zur Erholung in die Bibliothek der Familie und sinkt erleichtert in die bequemen Polster eines Sessels. Endlich allein!

Venetische Pflanzenkunde und große Schränke

Zeit einen Schlummertrunk für den ungewollten Gatten... just in diesem Gedanken platzt eine junge Andalusierin in die Bibliothek, die hektisch nach einer Fluchtmöglichkeit fragt. Genervt von der Unterbrechung bietet Serena ihr die Topfpflanze in der Ecke als Versteck an. Die Frau protestiert, dass sie nicht groß genug ist und sie was Besseres brauche. Also führt Serena sie in das angrenzende Büro ihres Vaters. Dort steht aber schon ein Franke - mutterseelenallein im Büro ihres Vaters! Wo all die wichtigen Pläne liegen. Die sie zwar nicht versteht, aber von denen der Vater ihr immer wieder eingeschärft hat, dass sie von höchster Geheimhaltung sind. Der Fremde muss weg. Zumal er auch noch die Dreistigkeit besitzt, sie beide anzugraben! Er weiß wohl nicht, wen er da vor sich hat! Da es um seinen geistigen Horizont nicht ganz so gut bestellt ist, kann er aber schnell mit der Feststellung, dass die Topfpflanze im Nebenraum der Anatomie einer unbekleideten Frau entspräche, aus dem Büro geschafft werden. Nun ist der Raum frei, um die Andalusierin ungesehen in den Schrank zu bugsieren.

Gerade noch rechtzeitig, denn die Wachen des Dogen sind da und erzählen dem Franken, dass die Frau sich dem Zugriff des Dogen entziehen wollte. Typisch wolllüstiger Onkel! Männer! Wenigstens erzählt der Franke, dass er nicht eine Frau gesehen hat - erleichtert will Serena sich schon den Schweiß unter der Maske verwischen - sondern zwei, die im Büro verschwunden sind, um den Beischlaf auszuüben! Waass!?! Empört weist sie den Franken zurecht, sie so schamlos zu verleumden! Dann schickt sie eine der Wachen in die falsche Richtung, geflissentlich sein Jammern, dass ihm das den Kopf kosten wird, überhörend.

Taktikspielchen und fauler Zauber

Doch gerade als Serena die Beinahe-Mätresse ihres Onkels wieder aus dem Schrank lassen will,
taucht der arabische Teppichhändler, geleitet von einem Diener und in Begleitung des Dienstmädchens im Gang auf. Schnell setzt sie sich an den Schreibtisch und widmet sich intensiv den kunstvoll geschnitzten Pferdchen auf der hübsch bunten Karte vor ihr. Da, dort unten auf der Insel haben sie doch viel mehr Platz zum weiden als in der Stadt! Und damit die armen Tiere nicht nass werden, müssen die Schiffe... der empörte Aufschrei des Dogen reißt sie abrupt aus dem Spiel. Was sie denn hier zu suchen habe! In der Taktikzentrale Venedigs! Ihren Einwand, dass es weitaus unklüger sei einen Fremden - noch dazu einen Franken - hier unbewacht herumstehen zu lassen, überhört der alte Keifer natürlich. Stattdessen feuert er ihren Vater und schickt ihn aus dem Raum. Aus Angst um ihre finanzielle Existenz - die Panik, nun deswegen den verhassten Kaufmann doch heiraten zu müssen, beflügelt sie zusätzlich - bietet Serena ihrem Onkel verbal Paroli.

Der versucht mit glühenden Augen Eindruck zu schinden, aber das kennt sie ja von dem Choleriker. Daraufhin geht er endgültig in die Luft und droht ihnen - einen halben Meter über den Boden schwebend - allen den Tod an. Pah, lieber tot als eine Mosca zu werden! Auch bei den anderen hat es eher komödidantische Wirkung, der Franke gratuliert ihm zu seinem gelungenen "Zaubertrick". Der Doge brüllt noch lauter. Das Dienstmädchen kichert hysterisch und er faucht sie, zähnebleckend, an. Dummerweise kann sich nun auch die Andalusierin im Schrank nicht mehr halten und stößt ein entsetztes "Mama!" aus.

Auf ihn, den Brüllenden!

Plötzlich entwickelt sich alles ganz schnell. Obwohl die Reiter-Assassine sich nicht aus dem Schrank traut, öffnet der dauerbrüllende Doge den Schrank und fällt über sie her. Während das Mädchen verdutzt und erschreckt über die Sittlichkeit hier ist, packt den Franken sein gutes Gewissen, hätte er doch bloß nicht seine Bewaffnung abgegeben! Doch die Generalstochter und der Araber sind sich, trotz einer unterschiedlichen Einstellung zur Aufstellung der Holztrüppchen, sehr schnell einig, dass der unbewaffnete Franke nur eine Waffe braucht, um draufloszuschlagen. In der Hoffnung posthum vom Genuanischen Dogen ein Auftragsgeld zubekommen, schiebt ihm der Verhüllte seine 2. Waffe über den Tisch. Im nächsten Augenblick ist er auch schon dabei dem unbeliebten Dogen damit eins überzubraten, die anderen beiden stürmen hinterher, während die jungfräuliche Sittenmentorin durch die offene Tuer flieht und sie zur Sicherheit hinter sich zuzieht.

Doch bevor dem Dogen auch nur ein Haar gekrümmt werden kann, bemerkt er den Angreifer, dreht sich um, zieht einen Zweihänder, größer als er selbst, holt zweimal mit diesem aus, ohne sich an den beengten Verhältnissen des Schrankes und dem direkt vor ihm stehenden Schwertkämpfer zu stören und verletzt den gerüsteten Franken. Seine ultraleise Vollkette schützt ihn derweil vor dem schlagkräftigen Hieb des Kämpfers, seine übernatürlichen Kräfte vor dem gezielten Gesichtsstreich des Attentäters und bevor die Beiden ein zweites Mal ihr Glück versuchen können und die Giftmischerin ihn ihren Giftdolch in den Hals zu rammen kann, ist er auch schon im Nichts verpufft.

Der umsichtige Meuchelmörder erspäht ihn dennoch durch die offene Tür im Nebenraum und gibt Bescheid, alle suchen nun Deckung und Sichtschutz zu ihm. Die Andalusierin hört ihn leise den die ganze Zeit im Nebenraum wartenden Wachen Anweisungen geben.
Erhobenen Schwertes wird neben der Tür abgewartet, um den Wachen die morgenländische Gerichtsbarkeit für Diebe beizubringen. Diese trauen sich aber nicht und die beiden Frauen begeben sich nach draussen auf den Gang, wo sie auf die noch immer erschütterte Dienstmagd treffen, die berichten kann, dass sich keine Wachen über den überlangen Gang nähern.

Die Flucht aus dem Palast

Das neue Motto der nun Verbündeten heißt "Rette sich wer kann!". Daher versuchen die kräftigeren Männer die Tür mit dem überschweren Tischen zu verbarrikadieren und nachdem dies scheitert, die beiden Türen mit einem Seil aneinender zu binden. Auch dies dauert zu lange, allerdings haben die Frauen mehr Erfolg beim Verbarrikadieren der äußeren Tür, sie holen die beiden Männer aus dem Taktikraum und verschließen auch die dortige Tür.
Alsbald hört die angenagte Andalusierin den General und Vater mit vielen Wachen herbeeilen.
Um nicht selbst ins Visier zu geraten, beschließen sie schnell zusammen, dass die leicht Blutende doch bitte schwer verletzt tun solle. Ohne zu zögern, seine Kräfte überschätzend, versucht der junge Franke nun Andalusierin auf die Arme zu nehmen, wobei er sie fallen lässt und sie sich den Arm auf dem harten Steinboden bricht. Beinahe wird sie auch noch vom Araber mit Verbandstuch erwürgt, doch glücklicherweise fesselt er sich nur selbst damit. Wieder befreit, stützt er die nun wirklich angeschlagene Frau und man begibt sich in Richtung des Generals. Dieser ist bereits schon informiert, dass der Doge von bösen Geistern besessen ist und verspricht, dass seine ihm treuen Wachen den Hausherrn entgeistern werden.

Entschlossen diesem Gemetzel nicht beiwohnen zu wollen flieht die Gruppe nun, niemanden zurücklassend, durch den Thronsaal. Dort fliegen gerade einige Leute durch die Gegend und Blut fließt in Strömen. Dieses Spektaktel will sich auch der Doge nicht entgehen lassen und ploppt standesgemaess in der Mitte des Raumes, erhaben über alle, auf und macht bei dem Blutrausch mit. Zum Glück scheint er die nun wieder mit Masken getarnten Flüchtigen nicht zu bemerken, sodass sie sich erfolgreich, mithilfe eines Seiles und der assassinischen Kletterkünste, durch ein Fenster in den großen Kanal herablassen. Die dunklen Kanalgewaesser ziehen aber alle außer dem Wasser gewöhnten Wüstenbewohner hinab. Dieser schwimmt galant an das 30 m entfernte Ufer, um ein Gefährt zu organisieren. In Ermangelung von Gondelkenntnissen ruft er einen nahestenden Gondoleri herbei, der sich zwar nichts dazu verdienen will, aber dennoch bereit ist zu helfen. Beim Anblick der sich ihm bietenden Opfer leuchten seine Augen hellauf und zeigen dem nun zusammengeschweißten Grüppchen, dass sie sich wohl oder übel von dunklen Kräften helfen lassen müssen.

Epi(scher Mono)log in der Gondel

Bis auf die Knochen durchnässt, um Ausrüstung und Schwert trauernd und zitternd sitzen die fünf Helden in der sich immer weiter von Venedigs Zentrum entfernenen Gondel. Serena wirft einen letzten Blick auf ihre Heimat, die sie so schnell wohl nicht wiedersehen wird und verdrückt heimlich eine Träne. All die schönen Kleider, all der Schmuck, all die Anti-Aging-Tinkturen, die sie zurücklassen musste! Dann blickt sie wie die anderen zu dem Vampir, der zu erzählen beginnt. Von Maskeradenbrüchen - na wenigstens die überteuerte Maske ist im ganzen Trubel heil geblieben -, von einer merkwürdigen Vereinigung namens Camarilla - hoffentlich sind das nicht auch wieder irgendwelche dubiosen Händler! - und gefühlte 20 Stunden später, dass sie nun ja zu viel wissen würden und zu viel gesehen hätten und ihnen jetzt ja gar nichts anderes übrig bleibe als sich beißen zu lassen.

Na ja, besser ein Vampir als eine Mosca.
Lieber Hexe als eine tugendhafte Magd in einer ruchlosen Stadt.
Hoffentlich ist der naechste, der mich beißt, schöner und stilvoller.
Und als Attentäter ist man ja sowieso meist Nachts unterwegs,
nur der Söldner kann in Zukunft wohl an kaum einer Schlacht mehr teilnehmen.
« Letzte Änderung: 17. Januar 2012, 09:33:55 von BlackHeroe »
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